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Verschiedene Krankheiten - Hahnemanns Ansatz zur Behandlung psychiatrischer Patienten

 
von Manish Panchal
 

Während meiner Zeit im homöopathischen Krankenhaus von Mumbai (Indien) behandelte ich 1993 einen Mann, einen Endvierziger, der wegen seiner häufigen Krankenhausaufenthalte von seiner Familie verstoßen worden war. Seine Familie hatte ihn und seine Krankheit satt; daher verbrachte er die meiste Zeit in unserer Klinik, wo er monatelang blieb. Im Lauf der Jahre hatte er von verschiedenen niedergelassenen Hausärzten bereits mehrere Mittel bekommen. Deshalb befasste ich mich bei meinem Eintritt in dieses Krankenhaus als erstes mit seinen Fall, um mich auf eine mögliche Krise vorzubereiten.

Organon

Er hatte drei Hauptbeschwerden:

1) Bronchiektasien: starker Husten mit Atemnot.
2) Epileptische Anfälle.
3) Psychische Erkrankungen: heftige Manie mit enormer Körperkraft. In diesem Zustand schlägt er andere und redet Unsinn.

Die drei Krankheitsbilder traten nie gleichzeitig auf. Nachdem ein schwerer Anfall von Bronchiektasie seinen Lauf genommen hatte, kam ein epileptischer Anfall, gefolgt von einer heftigen Manie.

Hier hatten wir einen Fall von drei völlig verschiedenen, nicht miteinander verwandten Krankheiten, von denen jede am ihr entsprechenden Ort auftrat. Nachdem sie eine zeitlang unabhängig voneinander aufgetreten waren, schlossen sie sich zu einer „mehrfach komplexen Erkrankung“ zusammen. Da es sich um ganz unterschiedliche Krankheiten handelt, können sie sich auch nicht gegenseitig heilen (Organon, 6. Auflage, §§ 36, 38 und 40).

Ein Fall von gewalttätiger Manie:

Einmal, als wir am Ende des Tages mit allen unseren Patienten fertig waren, erhielt ich einen Anruf, dass dieser Mann gewalttätig geworden war und auf einen alten Patienten im Bett nebenan einschlug. Der alte Mann litt an Herzinsuffizienz, und er und seine Verwandten wurden durch den Angriff offensichtlich sehr in Angst versetzt.

Mein Patient redete ununterbrochen, manchmal sehr laut, aber ich konnte kaum verstehen, was er sagen wollte. In seiner Fallakte war vermerkt, dass er bei solchen Zuständen gewöhnlich Stramonium bekommen hatte, was eine geeignete Option zu sein schien. Er ließ es jedoch nicht zu, dass sich ihm jemand näherte, um ihm das Mittel zu verabreichen. Nicht einmal mit Hilfe des Pflegepersonals konnten wir ihn, der Riesenkräfte entwickelt hatte, überwältigen, um ihm das Mittel einzuflößen, und mussten unsere Bemühungen unverrichteter Dinge aufgeben.

Weil er mit seinem ständigen Reden und seinem gewalttätigen Verhalten die anderen Patienten auf der Station störte, begann ich mit ihm zu diskutieren, schimpfte ihn sogar und machte ihm Vorwürfe.

Ich versuchte ihm zu erklären, dass er uns verstehen und es uns möglich machen müsste, ihm das Mittel zu geben. Wie dumm von mir! Ich sollte ihn verstehen, statt zu erwarten, dass er mich versteht.

In diesen Moment der Verzweiflung erinnerte ich mich plötzlich an Hahnemanns Ratschläge (§ 22), die beschreiben, wie man mit solchen Patienten umgeht. Hier einige seiner wichtigsten Ratschläge für diesen Fall:

1) Arzt und Pflegepersonal müssen sich immer so verhalten, als ob sie glaubten, der Patient sei bei Verstand.

2) Keine körperlichen Strafen, keine Vorwürfe an den Patienten wegen zerstörerischer Handlungen und kaputt machen von Dingen in der Umgebung, sondern nur versuchen, dies durch das Entfernen solcher Objekte zu verhindern.

3) Als Reaktion auf die sinnlose Geschwätz: Schweigen, aber keine volle Aufmerksamkeit.

4) Reaktion auf abstoßendes, ekelhaftes Verhalten und Reden: nicht beachten!
Nachdem ich dies gelesen hatte, schöpfte ich wieder Hoffnung. Ich beschloss, Hahnemanns Ratschlägen zu folgen und unternahm folgende Schritte zum Wohl des Patienten und der anderen Klinikinsassen:

a) Ich hörte sofort auf, mit ihm zu streiten und ihm Vorwürfe zu machen, weil er den Patienten im Bett nebenan störte und schlug.

b) Ich verlegte alle Patienten auf eine andere Station, so dass nichts mehr passieren konnte, und es somit unnötig wurde, dem Patienten Vorwürfe zu machen.

c) Ich wies das Krankenhauspersonal an, seine sinnlosen Reden und sein merkwürdiges Verhalten zu ignorieren. Ich beobachtete trotzdem alles aus der Ferne.

Unter den gegebenen Umständen war das das Beste, was ich für den Patienten tun konnte. Bald war er wieder „nüchtern“ und sein Verhalten normalisierte sich. Nach ein paar Stunden konnten die anderen Patienten wieder auf die Station zurück verlegt werden.

Leider haben wir nicht das richtige Mittel gefunden, um diesen Krankheitszyklus zu durchbrechen. Dennoch ist diese Erfahrung wertvoll, um auf die Bedeutung von Hahnemanns Ratschlägen aufmerksam zu machen.


Kategorien: Fälle
Stichwort: Bronchiektasien, Epilepsie, psychische Erkrankung
Mittel: Stramonium




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