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Meeresmittel: ein riesiger, wenig erforschter Heilmittel-Schatz

von Gordon Adam
 

„Das Meer ist ein Symbol für die Dynamik des Lebens. Alles kommt aus dem Meer und alles kehrt zu ihm zurück. Es ist ein Ort der Geburt, der Transformation und der Wiedergeburt. Mit seinen Gezeiten symbolisiert das Meer einen vorübergehenden Zustand zwischen formlosem Potential und äußerer Realität, eine ambivalente Situation von Unsicherheit, Zweifel und Unentschlossenheit.“ Phillip Robbins [1]

 
Das Meer wird als Quelle allen Lebens erachtet; es bedeckt über 70% der Erdoberfläche und enthält nahezu alle bekannten Elemente [2]. Angesichts seiner großen Bedeutung für das Leben auf der Erde wird nur eine kleine Anzahl aus dem Meer stammender homöopathischer Mittel häufig verordnet: Natrium muriaticum, Calcium carbonicum, Sepia, Ambra grisea und Spongia, obwohl derzeit fast 100 Meeres-Mittel zur Verfügung stehen. Das Meer ist der Lebensraum von 230.000 bekannten Arten. Es wird geschätzt, dass nur 5% des Ozeans erforscht sind, und Biologen sind der Meinung, dass es über zwei Millionen Arten von Meeresbewohnern gibt!
 
Mehr als in jedem anderen Naturreich gibt es hier ein riesiges Heilpotenzial, das in ungeprüften Meerestieren und Meerespflanzen sowie in selten verordneten, bereits erhältlichen Meeresmitteln schlummert. Dies hat mich dazu gebracht, mich in den letzten 10 Jahren der Erforschung der Meeres-Mittel zu widmen, indem ich zunächst das " Sea Remedies Project“ (Meeresmittel-Projekt) ins Leben gerufen habe [3]. Vor kurzem habe ich eine Reihe von Workshops über Meeresmittel gehalten, wobei auch kurze Arzneimittelprüfungen durchgeführt wurden [4].
 
 
MEERESMITTEL-THEMEN
 

Durch die Arbeit von Massimo Mangialavori [5] und meine eigene Forschung [6] haben sich einige charakteristische Themen der Meeresmittel herauskristallisiert:

 
Meer & Wasser
Wasseraffine Sprache, beispielsweise „fließen; sich-treiben-lassen; herabsinken; schwimmen“.
AFFINITÄT ZU WASSER: Menschen, die ein Meeres-Mittel brauchen, halten sich oft und gern in der Nähe von Wasser oder am Meer auf;  sie haben Hobbys wie Schwimmen, Tauchen, Surfen, Segeln, oder wandern gern auf Küsten-Pfaden. Wasser erscheint ihnen beängstigend, mit versteckten unsichtbaren Tiefen und Bedrohungen; sie haben z.B. Angst zu ertrinken oder Angst vor Haien.
 
Verletzlichkeit & Schutz
VERLETZLICHKEIT: Sie fühlen sich VERLETZLICH und haben ein Bedürfnis nach SCHUTZ. Angst, verletzt oder berührt zu werden, oder dass jemand in sie eindringt, einschließlich der sexuellen Intimsphäre; Bedürfnis nach Sicherheit: „Ich bleibe in meiner Schale!“ Rückzug infolge von schlechten Erfahrungen; sie versuchen sich zu verstecken oder zu entkommen, und ziehen sich emotional zurück. Körperlich kann es zu Kontraktionen, Krämpfen und Taubheitsgefühlen kommen.
 
Empfindlichkeit
EMPFINDLICH gegen Schmerz und Leid, empfindlich für geistige Eindrücke, für MUSIK, Geräusche, Gerüche, GEFÜHLE; VERLETZTWERDEN. TAUBHEIT, emotionale Gleichgültigkeit, GEFÜHLLOSIGKEIT, Taubheit der Extremitäten.
 

Beziehungsprobleme
PROBLEME MIT OFFENHEIT, INTIMITÄT, Sexualität. FEHLENDES VERTRAUEN. KONTAKTSCHWIERIGKEITEN mit anderen Menschen, RÜCKZUG in sich selbst, Kommunikationsschwierigkeiten. Probleme in der Partnerschaft, mit den Kindern, den nächsten Familienangehörigen, Entfremdung, fühlen sich verlassen, unverstanden. Beschwerden durch: Verlust der Beziehung; enttäuschte Liebe. VERLETZT und TRAURIG: Neigung, sich auf die negativen Erfahrungen der Vergangenheit zu konzentrieren und sich zurückzuziehen, um sich vor weiteren Verletzungen oder Verlusten zu schützen.

 
Bedürfnis nach Privatsphäre
Sie haben ein intensives Verlangen nach einer PRIVATSPHÄRE. Lieber sind sie allein, in ihrem eigenen Raum und wollen nicht gestört werden. VERLETZUNG DER PRIVATSPHÄRE. CLAUSTROPHOBIE; AGORAPHOBIE. Gefühle von ISOLATION, sie halten die Leute auf Distanz.
 
Hemmung, Schuld & Scham
GEHEMMT, nicht spontan. Kann nicht er selbst sein; gehemmt durch Schuldgefühle und VERANTWORTUNGSGEFÜHL, fühlt sich unter Druck, schwer, belastet, bedrückt. Beschwerden durch Vorwürfe. Beschämt, schlechtes Selbstbild. Verlangen nach Anerkennung.
 

Essen & Nähren
Die Beziehungsprobleme beginnen oft schon mit der MUTTER. ESSEN und NAHRUNG, Essstörungen, Magersucht oder Überernährung; LEBENSMITTELALLERGIEN und  Unverträglichkeiten: Salz, Milch, Weizen, Fisch und Schalentiere, reichhaltige Nahrung. Verlangen nach Salz, Milch und Fisch.

 
Unreife & Abhängigkeit
ENTWICKLUNGSPROBLEME; emotional und psychologisch. Unreife; verlässt nur ungern das Haus, innerlicher Konflikt zwischen Autarkie, Abhängigkeit und Unabhängigkeit.
 
Geschlechtlichkeit
SEXUELLE AMBIGUITÄT; Homosexualität. Umkehrung der männlichen / weiblichen Rollen und Verantwortlichkeiten.
 

Entwicklung
WIDERSTAND GEGEN VERÄNDERUNGEN; Angst vor einem Umzug. Schwierigkeiten bei BEWEGUNG und Gehen; Steifheit; Lähmungserscheinungen. Einige Mittel haben ständigen Bewegungsdrang und Überaktivität, Überarbeitung. Schwäche, Erschöpfung, vermutlich durch Überanstrengung.

 
Körperliche Affinitäten
Hormonelle Veränderungen: Wechseljahre, Prämenstruelles Syndrom, Gebärmuttersenkung (besonders Calc. carb, Sepia, Murex, Octopus)
 

Drüsen: alle, besonders:
SCHILDDRÜSE und HODEN. Schmerzen, Schwellungen, Verhärtungen, Drüsengeschwüre (besonders Calc. carb., Sepia, Spongia, Nat. mur, Meersalz, Ambra grisea, Asterias, Murex)

 
Herz und Kreislauf
Herzklopfen, schneller oder abnormer Puls, zu hoher oder zu niedriger Blutdruck. Krampfadern, Spannungsgefühl in den Blutgefäßen; träger Kreislauf, Herzschmerzen. (Vor allem Nat. mur, Meersalz, auch Oktopus, Kopffüßler, Aal-Serum).
 
Lunge
Asthma, Atembeschwerden, Atemnot, Pfeifen; Stauung in Brust und Lungen; Brustenge und Druck auf der Brust. Husten, Erstickungsanfälle, oder trockener und krampfartiger, asthmatischer Husten. (besonders Spongia Tosta, Calc. Carb., Sepia, Jacobsmuschel).
 
Wasserretention
Ausscheidung durch Weinen
 

Trockenheit
z. B. Kehle, Husten, innere Nase; Haut (vor allem Nat. mur, Meersalz, Calc carb, Spongia, Sepia, Oktopus)

 
Haut
Allergische Hautreaktionen, Brennen, Jucken, Stechen. Herpes; Urticaria; Blasen; Geschwüre. Trockene Haut (besonders Nesseltiere, Quallen, Seeigel, Korallen und Meersalz)
 
Krebs
Krebsgeschwüre. (Vor allem Calc. carb, Sepia, Meersalz, Ambra grisea, Asterias, Murex)
 
Autoimmunerkrankungen
besonders Nesseltiere, Korallen, Quallen
 
 
SPRACHE, die häufig in MEERESMITTEL-Fällen vorkommt:
 
Patienten, die ein Meermittel brauchen, verwenden oft die ‘Empfindungs-Sprache‘:
 
See
auf See, treibend, schwimmend, Ebbe und Flut, fließend, seekrank, salzig, klar, trüb, böig, wirbelnd, veränderlich, lebendig, wild, Sturm
 
Tiefe
Tiefe, aus der Tiefe meines Inneren, verborgene Tiefen, dunkel, herabsinken, untertauchen, unter Wasser, unsichtbar, ertrinken, nach Atem ringen, ersticken, tauchen, zeitlos, weiter Raum, immens
 
Schwimmen
herumgeschleudert werden, wie ein Schiff auf hoher See, schwimmen, umher schwimmen, auf dem Wasser schaukeln, schwimmfähig, Gleichgewicht, Luftblasen, Licht, Tanz
 
Wellen
Es kommt in Wellen, Gezeiten, auf und ab, Zeiträume, Rhythmus, Flutwelle, Tsunami, Zyklen, Mond, Vollmond
 
Fisch
fischig, schlaff, rutschig, schleimig, Auster, Seejungfrau, Neptun, Krabbe, Wal, Hai, Delphin, Garnele, Tintenfisch
 
Muschel
Schutz: Ich bleibe drin, mein Haus ist mir wichtig, in meinem Schneckenhaus, weiches, verletzliches Inneres, harte Schale, Spirale, ich mache zu, halb und halb (= zweischalige Muschel),  ich errichte eine Mauer, ich ziehe mich zurück, ich verstecke mich, etwas vereiteln, ich ziehe mich in eine Höhle zurück, Eindringen durch bohren, brechen, hineinrammen, zerstören, zerschlagen
 
Meer
die See, Strand, Küste, Land, den Kopf in den Sand stecken, Muscheln
 
Einsame Insel
verloren gegangen, ausgestoßen, ausgesetzt, gestrandet, abgeschieden, getrennt,  allein, entfremdet, distanziert, auf einer Insel
 
Wasser
Fluss, Flüssigkeit, Druck, Schwere, Energie, Bewegung, überwältigend, kraftvoll, beängstigend, Überschwemmung, Hochwasser, Gefahr, verschlungen werden, überflutet, Kälte
 
 
RICHTLINIEN für die Verschreibung VON KLEINEN MEERESMITTELN
 

Salz ist der wichtigste mineralische Bestandteil des Meerwassers (3%). Da Natrium mur. ein bekanntes homöopathisches Polychrest ist, wird es oft in Fällen verordnet, wo ein anderes Meeresmittel besser passen würde.

 

Dass Natrium mur., Sepia und Calc. Carb. bei einer Repertorisation meist unter den ersten sechs Mitteln auftauchen, regt dazu an, weitere Meeresmittel für die Behandlung eines Falles in Erwägung zu ziehen. Themen oder Sprache des Tierreichs können in einem Fall, der wie Natrium mur. aussieht, ein Hinweis auf andere Meeresmittel sein.

 

Wenn wir einen Natrium mur.- Fall mit Meeresthemen haben (aber keine Themen oder Sprache aus dem Tierreich), könnte man auch prüfen, ob Aqua marina (Tiefseewasser), Meersalz (aus Strand-Wasser) oder Himalaya-Salz infrage kommt.

 

Patienten, die Mittel aus Muscheln oder anderem kalkhaltigen Material von Meeresbewohnern brauchen, verwenden oft Wörter und Phrasen, die auf das Mineralreich hindeuten.

 
Wenn ein Patient gut auf ein Meeresmittel anspricht, die Wirkung aber geringer als erhofft ist, sollte man andere Mittel aus der gleichen biologischen Gruppe in Betracht ziehen. Zum Beispiel, wenn Sepia zwar in einem gewissen Maße hilft, aber nicht genug, könnten andere Kopffüßer-Mittel in Erwägung gezogen werden: Oktopus (einsam, versteckt sich in einer Höhle) oder Nautilus ('auf und ab'), oder Kalmar (zehnarmiger Tintenfisch, lebt im Schwarm als soziale Gruppe und hat Antrieb, während Sepia einsam ist und stagniert).
 
Neue Meeresmittel-Prüfungen und Informationen über die Materia medica sind allmählich über das Internet verfügbar, sowie in den neuen, höchst willkommenen  Publikationen von Jo Evans [7] und Rajan Sankaran [8]. Doch unser Wissen über die Meeresmittel steckt - genau wie unser Wissen über das Meer selbst - noch in den Kinderschuhen, und es bleibt noch viel zu tun. Die Fälle, die in dieser Ausgabe von Interhomeopathy vorgestellt werden, werden hoffentlich ein wenig mehr Licht auf ein riesiges, wenig erforschtes Heilpotenzial werfen.
 
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Hinweise, Quellen:

[1] Aus der Prüfung von Aqua Marina von Phillip Robbins (1999)

[2] Die wichtigsten Elemente, die im Meer gefunden werden sind (in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit): Chlor, Natrium, Magnesium, Schwefel, Calcium, Kalium, Brom (auch Jod, ein weiteres Halogen) und Kohlenstoff. Weitere wichtige Elemente im Meer, die für das organische Leben unentbehrlich sind, sind Phosphor, Sauerstoff und Stickstoff. Das Meerwasser enthält 3% Natriumchlorid.
[3] Das "Sea Remedies Project“ wurde im Jahr 2004 gegründet. Es umfasste eine Gruppe von etwa 20 lokalen Homöopathen und Homöopathie-Studenten, die weniger bekannte und neu geprüfte Meeesmittel erforschten und sie anschließend den anderen Mitgliedern des Projekts bei den zweimonatlichen Treffen in Bristol vorstellten. Das Projekt lief über 5 Jahre.
[4] Die Arzneimittelprüfung (Verreibung) von Seeotter (Enhydra lutris). Kurze Meditations- Prüfungen von Ohrenqualle (Aurelia aurita), Perle (Perlen- Immersion), Seepferdchen (Hippocampus kuda) und Wasserschildkröte (Lepidochelys oliveacea -Eier).

[5] „In einer sicheren Umgebung bleiben: die Meeresmittel“- Seminarmitschrift des Kurses von Massimo Mangialavori von Vicky Burley.

[6] Ein Computer gestütztes Repertoriums-Vergleichsprogramm aller Rubriken, die Meeres-Polychreste enthalten. Die Rubriken wurden in Gruppen geordnet und die Themen herausgezogen.
[7] ‘Sea Remedies: Evolution of the Senses’ by Jo Evans
(‘Meeresmittel: Evolution der Sinne’)
[8] 'Survival: the Mollusc' ( 'Überleben: Die Mollusken’) von Rajan Sankaran und Sudhir Baldota


Dieser Artikel wurde auf www.interhomeopathy.org publiziert.

 

Fotos:
Bangalley Head, Australien, Nigel Howe
Jakobsmuschel, Jürgen Weiland
 
Kategorie: Allgemein
Stichwörter: Meeresmittel, durchs Wasser gleiten, abdriften, herabsinken, schwimmen, Verletzlichkeit, Sensibilität, Schutz, Privatsphäre, Beziehungen, Hemmungen, Unreife, Geschlecht, Bewegung

 




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