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Ich hatte das Gewehr schon geladen: ein Fall von Derris pinnata

 
von Katharina Riedener
 

33jähriger Mann, erste Konsultation am 7. Januar 2011

Hauptbeschwerde: Burnout Syndrom

„Ich fühle mich plötzlich wie verloren, habe keine Motivation mehr, nichts. Ich bin nicht mehr ich selbst. Ich habe immer gern gelacht und bin oft ausgegangen. Ich habe Pläne, ich will sie ausführen, aber dann habe ich das Gefühl, ich möchte weder jemanden um mich haben, noch irgendetwas tun. Ich fühle mich, als ob ich alles verpasse.

Es begann vor etwa 3 Jahren nach einer Rückenverletzung. Ich hatte das Gefühl eines großen Verlusts, nichts war mehr so wie früher. Ich hatte mehrere Wirbel gebrochen, und der Ischiasnerv war gequetscht. Ich ging zu einem Chiropraktiker, ging zum Röntgen und zu einem Spezialisten, der mir sagte, dass es dabei sei auszuheilen. Es kann heftige Auswirkungen haben, Schmerzen beim Gehen und bei Bewegung, und wenn ich den ganzen Tag herumlaufe; Kreuzschmerzen, Schmerzen im Gesäß, im linken Bein, und Wadenkrämpfe.

Vor etwa 10 Jahren habe ich etwas gehoben, das zu schwer war; ich versuchte ein Held zu sein. Ein paar Jahre lang geschah nichts, aber vor 3 Jahren traf es mich dann wirklich hart: Ich war fast 6 Monate lang außer Gefecht. Ich konnte nicht viel tun, ich verlor meine Körperkraft, und schon ein einfacher Spaziergang war mir fast zu viel.

Ich habe fast keine Motivation mehr. Ich bin eher ein Tagträumer. Ich will dies und jenes tun, und dann wird es mir zu viel, und ich tue nichts davon, auch nicht die alltäglichen Dinge, wie die Hausarbeit. Letzte Woche hat es mich z.B. 4 Tage gekostet, zur Bank zu gehen und eine Rechnung zu bezahlen.

Was machen Sie?

Ich sitze nur da und denke über das Leben nach, was ich tun könnte, was ich tun wollte; ich liege da und denke darüber nach, statt etwas zu tun. Mir fehlt etwas oder etwas muss passieren, aber ich weiß nicht, was.

Ich angle und campe gern. Als ich noch gearbeitet habe,  wollte ich oft rausgehen und eine Weile fischen. Ich denke viel über das gesellschaftliche Leben nach.

Zurzeit fühle ich mich wie ein Einsiedler. Normalerweise bin ich immer unterwegs und besuche andere Leute, aber jetzt tue ich nichts dergleichen mehr.

Bitte erzählen Sie mir etwas über Ihre Kindheit!
Als Kind hatte ich immer Hunde und andere Haustiere. Meine Eltern waren ganz o.k., sie gingen mit uns in den Park und sowas. Meine Mutter war gut, aber mein Vater war gewalttätig. Die Art Kerl, der Tisch sitzen konnte und plötzlich schlug er einen ohne jeden Grund oder warf mit Stühlen. Mein Bruder und ich wurden oft geschlagen, meistens grundlos, wir gingen wie auf rohen Eiern.

Gefühle gegenüber dem Vater?
Ich habe es mir ein paar Mal überlegt: Ich habe das Scharfschützengewehr (Kaliber 22) geladen und wollte nach oben gehen und ihn erschießen; alles war vorbereitet - ich hätte nur die Treppe hinauf gehen müssen, aber ich fand nie den Mut. Ich war mir im Klaren darüber, was dann geschehen würde, wir würden bei einer Pflegefamilie landen, soweit konnte ich über meinen Tellerrand hinaussehen.
Als ich noch jünger war, war ich in einer ziemlich verzweifelten Situation. Ich war ein ruhiges Kind und konnte mich gut allein beschäftigen; ich hatte einige Freunde, aber ich blieb meist für mich.
Als Kinder hielten meine Schwester und ich fest zusammen. Wir standen uns sehr nah, sie war mein kleiner Schatten, ihr erging es nicht so schlimm wie uns. Manchmal nahm ich für meine kleine Schwester Prügel auf mich.

Und die Mutter?
Als wir jünger waren, saß sie mit uns im gleichen Boot, schließlich verließ sie ihn für eine Weile. Ich kenne nicht die ganze Geschichte, obwohl ich mit ihr darüber gesprochen habe, als ich ungefähr 15 oder 16 Jahre alt war. Sie konnte es sich nicht leisten, ihn zu verlassen, solange sie 3 Kinder aufzuziehen hatte. Auch sie wurde misshandelt; sie hatte es wohl am Schlimmsten, soviel ist sicher.

Ihr Bruder?
Er hat sich nie so richtig gegen unseren Vater gewehrt, er versuchte, die Augen davor zu verschließen, aber er hat auch einiges abbekommen.

Wie haben Sie reagiert?
Ich kümmerte mich nicht um ihn, verdrängte ihn aus meinen Gedanken. Wenn ich abhauen  würde, wäre er immer noch da. Wenn ich weglief, würde die Familie immer noch Prügel bekommen. Jeder war zu verängstigt, um wegzugehen. So ging es weiter, bis ich etwa 15 oder 16 Jahre alt war; dann veränderte ich mich plötzlich und begann, für mich selbst einzustehen. Mein Vater wirkte zwar immer noch bedrohlich, aber er wurde nun zu einem mürrischen alten Mann.

Wie ging es Ihnen in der Schule?
Ich denke gut. Als ich jünger war, hatten meine Eltern nie Geld, ich hatte nie schöne Kleidung usw. Ich wurde ein wenig gehänselt, aber nicht zu schlimm. Ich hatte ein paar gute Freunde; ab und zu gab es Probleme. Kinder sind Kinder, die Kindheit ist ein Teil des Erwachsenwerdens. Wenn einen etwas stört, muss man etwas dagegen tun. Es hat mein Leben nicht beeinträchtigt.

Wie erging es Ihnen in der Pubertät?
Ich rauchte viel Marihuana, ich kiffe noch heute so ziemlich jeden Tag, eher am Abend; nur ab und zu habe ich einen kleinen Rausch.

Ursprünglich hatte ich geplant, etwa ein Jahr zu arbeiten und dann zum College zurück zu gehen und meine Prüfung zum Maschinenbauingenieur abzulegen. Doch ich ging nie zurück. Bei der Arbeit lernte ich viele nette Leute kennen und hatte das Gefühl, dass hier der Ort war, wo ich gebraucht wurde. Ein paar Jahre lang war ich zufrieden mit meiner Arbeit. Ich bin früher, als ich jünger war, nie viel gereist, so war es toll für mich, dafür bezahlt zu werden, dass ich auf Reisen ging und neue Orte kennen lernte.

In den letzten Jahren hatte ich einige Ausfallzeiten, davor war ich meist etwa 8-10 Monate im Jahr unterwegs. Ich war abhängig vom Geld. Das Arbeiten liegt mir im Blut; ich hatte Spaß an der Arbeit und mochte die Menschen, mit denen ich gearbeitet habe. Lange Zeit war es so: „Das ist mein Leben und das ist das, was ich tun will.“ Erst seit dem Jahr 2007 habe ich gemerkt, dass das Leben noch viel mehr zu bieten hat.

  Haben Sie Hobbies?
Seit den letzten Jahren fische ich wieder, als ob ich dafür bezahlt würde ...
Fangen und Freilassen 90%; ich fische überall: in Flüssen, Seen, bis zum ‚Slave Lake‘. Manchmal gehe ich ganz allein zum Eisangeln; das ist meine Zeit, die ganz mir allein gehört, eine ruhige Zeit, niemand nervt mich. Ich lasse mein Handy im Wagen.

Ich achte jetzt mehr auf ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben. Von August bis Dezember hatte ich nur 4 Tage frei.

Ich habe keine Ziele, ich suche noch danach. Ich will einfach nur glücklich sein und die ganze Zeit Spaß haben, ein gesundes Leben führen. Ich würde gern mehr Zeit mit anderen Menschen verbringen, mit Freunden, mit der Familie, und bei Treffen und Zusammenkünften sein usw.

Ich bin immer außer Atem, ich rauche zu viel. Ich trinke nicht genug während des Tages. Ich muss mich buchstäblich dazu zwingen. Ich habe Stress am Arbeitsplatz, mein ganzes Leben dreht sich um die Arbeit.

Was tun Sie, wenn Sie sich gestresst fühlen?
Ich mache eine kleine Spazierfahrt und trete das Gaspedal durch. Vielleicht spreche ich mit jemanden bei der Arbeit darüber, um es heraus zu lassen. In 80% der Fälle mache ich eine Autofahrt, um mich wieder zu beruhigen. Ich kann nicht in Gegenwart meiner Mitarbeiter herumsitzen und tiefe Atemzüge nehmen.

Ist der Stress durch Ihre Führungsposition bedingt?
Anfangs war es sehr stressig, ich hatte mir zu viel aufgeladen. Ich konnte nur schwer „ nein“ sagen, das ist nicht gut. Ich kümmere mich immer zuerst um alle anderen und versuche ihnen  zu helfen, bevor ich an meine eigene Arbeit gehe.

Haben Sie Führungsqualitäten?
Ich mochte es, wir waren ein Team - Ich liebe Herausforderungen, das ist klar.

Schlaf?
Manche Nächte sind in Ordnung, aber die meisten Nächte werfe ich mich im Bett herum, wache auf, stehe ein bisschen auf, gehe wieder ins Bett, und bekomme nicht genug Schlaf. Ich wache morgens auf und fühle mich nicht erfrischt. Ich stecke in meiner Arbeit fest.

Träume?
Ich konnte mich nie so richtig an einen meiner Träume erinnern. Ich träume viel von meiner Arbeit, was am nächsten Tag passieren wird oder was auch immer.

Am Ende der Konsultation sagt er: „Wo ist mein Leben geblieben?“

Farbwahl des Patienten: 21 C

Analyse
Die Rubrik „Geist und Gemüt, Wunsch zu töten – Eltern, ihre, bei einem Kind“ hat nur ein Mittel: Derris pinnata.
Ich dachte, das sei in diesem Fall wichtig, zusammen mit anderen Themen, die zur Eisen-Serie gehören. Auch mit den Leguminosen gibt es viele Ähnlichkeiten. Ich war der Meinung, dass ein Pflanzenmittel indiziert sei, da die Verletzung vor einigen Jahren eindeutig die Ursache war, die zu dem jetzigen Zustand geführt hat.

Themen der Fabaceae, die sich in diesem Fall widerspiegeln

  • Träume von der Arbeit (Baptisia)
  • Armut, Angst vor Armut
  • Pflicht, zu hart arbeiten
  • Schmetterlings-artig: Verlangen nach Freiheit, will einem schwierigen Dasein entkommen

Das Thema Armut ist weit verbreitet, die Angst, nicht genug zu haben, um seine Bedürfnisse zu erfüllen, sowohl auf der körperlichen als auch auf der emotionalen Ebene (DD Psorinum). Das Leben wird als mühsam und langweilig erlebt, freudlos und ohne Abwechslung.  Alles ist harte Arbeit und kein Spiel. Die Patienten, die Fabaceae brauchen, fühlen sich ihrer Situation von Armut und Mangel machtlos ausgeliefert. Sie neigen dazu, sich zu überanstrengen und werden dabei trocken, humorlos, enttäuscht und kritisch ("holy bean").

Jan Scholten stellt fest, dass die Fabaceae (Leguminosen) wichtige Heilmittel beim Chronischen Erschöpfungssyndrom (Chronic Fatigue Syndrom) sind. Die Müdigkeit ist sowohl physisch als auch mental. Körperlich kann das bis zu einer echten Lähmung (Multiple Sklerose, Kinderlähmung) führen oder das Gegenteil von Lähmungen, nämlich Epilepsie bewirken. Geistig äußert sich das Krankheitsbild als Trägheit und Verwirrung, Unfähigkeit sich zu konzentrieren oder überhaupt zu denken. Kurz gesagt ist das Gesamtbild von Not, Leid und Untergangsstimmung geprägt.

Die logische Folge davon ist das Verlangen nach Vergnügen, der Wunsch, sein Leben ohne die Last von Problemen zu genießen.

Fabaceae-Mittel können nötig sein, wenn jemand sein ganzes Leben als hart empfunden hat, oder sie können in bestimmten Lebensphasen hilfreich sein, wenn es nur Arbeit und kein Vergnügen gibt.

Laut Jan Scholten befindet sich Derris pinnata im Stadium 15, im tuberkulösen Miasma, mit den Themen Verlust, plötzliches Verlorenheits- Gefühl, Verlangen zu reisen, Atembeschwerden, und Verlust von Lebensenergie.

Verordnung: Derris pinnata C 6, täglich

Follow-up nach einer Woche:
(Der Patient berichtet, dass er jetzt keine Schmerzen mehr hat, weder beim Aufstehen noch tagsüber.)
Ich habe etwas mehr Unternehmungsgeist. Ich denke nicht mehr nur daran, etwas zu tun. Seit ein paar Tagen arbeite ich in meiner Abteilung. Ich habe wieder mehr Energie und ich bin abends nicht mehr so extrem müde. Komisch: Ich schlafe weniger und habe mehr Energie. Ich schlafe die ganze Nacht durch. Ich habe immer noch keine Träume. Wenn ich träume, scheint es nur 2 Minuten zu dauern. Ich sehe immer wieder das Meer und die helle Sonne, so friedlich. Ich schlafe viel besser, und es fällt mir noch nicht einmal schwer, morgens aufzustehen. In den letzten zwei Tagen bin ich schon um 6 Uhr morgens aufgestanden.

Follow-up nach 2 Monaten
Ich schlafe die ganze Nacht durch. Morgens bin ich nur eine oder zwei Minuten lang müde, aber dann stehe ich auf, und meine Energie ist recht gut. Ich habe mir einen Hund zugelegt; er zwingt mich zum Spazieren gehen, das gibt eine gute Energie. Energie und Motivation sind viel besser geworden, als sie vorher waren; ich sitze nicht mehr da und denke über die Dinge nach. Meistens kriege ich alles hin, was ich an einem Tag schaffen muss, das ist prima.

Rückenschmerzen?
Es scheint wirklich besser zu gehen. Ich habe anscheinend keine Schmerzen mehr. Auch morgens beim Aufstehen habe ich keine Schmerzen mehr, und es ist wie „wow!“ Die Ischias-Schmerzen sind ebenfalls besser; der Ischiasnerv reagierte geringfügig, als ich begann, lange Spaziergänge und Wanderungen mit dem Hund zu machen. Ich war überrascht, als ich am vergangenen Wochenende C. besuchte: Ich war stundenlang auf einem Indoor-Spielplatz und hatte  überhaupt keine Schmerzen, das ist erstaunlich. Es ist, als hätte ich ein neues Leben angefangen. Ich habe das Gefühl, dass ich wieder viel mehr machen kann; das Leben kehrt zurück! Es fühlt sich an, als gäbe es wieder ein bisschen mehr Spaß. Ich fühle mich wieder wie ein Kind; eines Tages habe ich einen Baum gepflanzt, und es machte mir Spaß und brachte alte Erinnerungen zurück.

Kurzatmigkeit?

Nicht mehr so häufig, seit ich zu Fuß gehe, es erwischt mich nicht mehr so oft; es ist eher die Ausnahme.

Follow-up nach 4 ½ Monaten
Es geht mir wirklich gut, es ist ein riesiger Unterschied. Ich schlafe weniger, aber ich fühle mich ausgeruht und bereit, in den Tag zu gehen. Ich habe viel mehr Energie und schaffe das, was ich an einem Tag bewerkstelligen muss. Meine Atmung ist wunderbar, ich kann jetzt mit meinem Hund bergauf laufen. Ich rauche immer noch, aber meine Essgewohnheiten sind viel gesünder geworden (er hat abgenommen). Alles hat sich positiv entwickelt, die Behandlung war sehr erfolgreich! Wenn ich mich ein bisschen mies fühle, merke ich, was los ist und falle nicht wieder in eine Depression. Dann nehme ich eine weitere Dosis (C 12) und  am nächsten Morgen geht es mir wieder gut.

Follow-up (E-Mail) nach 15 Monaten
Alles gesund und munter hier. Ich habe noch ein paar Globuli vom ersten Mal, als Sie sie mir geschickt haben, die nehme ich, wenn nötig. Meine Energie ist etwas schwankend wegen  einiger Leute, die in mein Leben gekommen und wieder aus meinem Leben verschwunden sind. In diesem Winter hatte ich einen neuen Mitbewohner; er hat mich bestohlen, als ich verreist war; das belastete mich eine Zeit lang sehr. Aber sobald ich das Mittel nahm, kam meine Energie zurück und mein Geist wurde wieder klar. Mein Rücken hat sich gebessert; daher kann ich jetzt mehr arbeiten, und das hält mich in Bewegung. Ich schlafe jetzt besser. Ich gehe um 11Uhr ins Bett, und stehe jeden Morgen etwa um 7 Uhr nach einer erholsamen Nachtruhe auf.


Katharina Riedener praktiziert in Osoyoos, B.C. (Canada)


Kategorie: Fälle
Schlüsselwörter: chronische Müdigkeit, unmotiviert, Wunsch zu töten, Angst vor Armut, Leguminosae
Remedies: Derris pinnata

 
 

 




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