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Brachyglottis repens bei Kindern - sechs Fälle, gelöst mit Hilfe der Methode der Farbpräferenz

 
von Ulrich Welte
 

www.nzplantpics.com

Kurzbeschreibung:
Die Situation von Brachyglottis: er arbeitet unter sehr schwierigen Bedingungen, verbunden mit Problemen mit einer starken männlichen Figur. Sie spüren, dass der Vater enorme Anforderungen an sie stellt. Wenn sie selbst etwas auf die Beine stellen, stehen sie irgendwie ihren Mann; sie sind nicht so leicht zu entmutigen.

Aber wenn sie niederdrückt werden (manchmal sogar durch Kleinigkeiten) sind sie am Boden zerstört, jammern und weinen erbärmlich. Dann erst wird deutlich, wie empfindlich und verletzlich sie sind. Es gibt immer eine dominante Vaterfigur im Hintergrund, einen drohenden, großen, kräftigen Mann mit typisch männlichen Qualitäten. Es gibt Ähnlichkeiten mit Eupatorium (eu pater = guter Vater), der sich einen wohlwollenden, starken Vater wünscht, der aber auch diese „gebrochene, vernichtete“  Art hat, wie bei Eupatorium perfoliatum, einem der wichtigsten Mittel bei der Spanischen Grippe, die mit Zerschlagenheit- und Vernichtungsgefühl einher ging.

Klinische Merkmale: septische Wunden, die nur langsam heilen, häufige eitrige Infektionen mit hohem Fieber und Zerschlagenheits- oder Vernichtungsgefühl; schwache und taube Gliedmaßen, als ob sich die Lebenskraft aus den Händen zurückziehe; Krämpfe in den Fingern; Schreibkrampf; krampfartige Verstopfung, Blasenentzündung, Nephritis, Glomerulonephritis mit exzessiver Albuminurie; Flattern im Magen.

Farbpräferenz: 23C, ein gelblich-grün, wie weiche junge Blätter im Frühjahr. Diese Farbe bestätigte sich in 6 von 7 unserer Fälle.

Brachyglottis repens, Brachyglottis repanda, Puka-Puka, Bushman's Friend. Ein Mitglied der Familie der Asteraceae (Compositae), Ursprung Neuseeland. Es wird auch „Buschmann- Klopapier“ genannt(die Unterseite der Blätter ist weich und weiß). Früher unter den Senecioneae eingeordnet, wurde es jetzt zu den Eupatoriae umgruppiert, den Eupatorium-Ähnlichen, was auch durch sein homöopathisches Profil unterstützt wird.

Die Maori, ein Kriegervolk mit typisch männlichen Verhaltensmerkmalen, verwendet sie großflächig bei septischen Wunden und hartnäckig vereiterten Wunden sowie bei Mundgeruch. Den britischen Kolonialherren hatte es bei nephrotischem Syndrom (Morbus Brightii) und neuralgischem Rheumatismus geholfen (1).

Brachyglottis: Zusammenfassung von Jan Scholten

Eigenschaften der Compositae, plus:
- Arthritis
- schmerzhaft, krampfartig, schwer, lahm, taub
- Pectoralis major
- Rechts-seitig
- Zystitis
- Dominanter Vater
- <3h und <17h

Fall 1: Mein Vater ist ein starker Turm, aber er ist zerstört worden.

Ein 9 Jahre alter Junge ist häufig krank mit hohem Fieber bis 42 ° C, das meist am späten Nachmittag zwischen 15 und 17h beginnt und mit zervikaler Steifigkeit einhergeht. Dieser Krankheitszustand erscheint seit mehr als 4 Jahren in regelmäßigen Abständen alle 4-6 Wochen. Als er 4 Jahre alt war, hatte er eine eitrige nässende Wunde auf dem Kopf, die länger als ein Jahr nicht heilen wollte. Dieser Prozess wurde unterdrückt und danach begann das Fieber. Er bekam massenweise Antibiotika. Kürzlich wurden mehrere Milchzähne wegen  Vereiterung gezogen. Dann schwoll seine linke Gesichtshälfte an und seine Hände wurden taub. Drei Monate zuvor hatte er Mononukleose mit vergrößerten okzipitalen Lymphknoten gehabt (Mercurius hatte geholfen).

Er hat traurige Augen, als habe er viel Schlimmes erlebt und keine guten Aussichten. Er wirkt  zart, aber mit einem trotzigen Kinn, das er resolut nach vorne schiebt, als ob er nicht so leicht aus der Fassung zu bringen sei. Ein oder zwei Tage vor dem Fieber pflegt seine Stimmung zu wechseln. Er wird weinerlich, fordernd und provokant seiner Mutter gegenüber, beschimpft sie vulgär und lächelt schelmisch, während er schlimme Wörter zu ihr sagt. Gleichzeitig sucht er Zuflucht bei ihr und klammert sich an sie. Wenn sie sagt, dass er wieder in dieser schwierigen und weinerlichen Phase sei, und dass sie das Fieber am Abend oder spätestens am morgigen Abend erwarte, protestiert er sofort: „Ich bin doch kein Kleinkind, ich bin nicht ungezogen.“

Seine Mutter hatte während der Schwangerschaft mit ihm eine sehr schwere Zeit: ihr Mann, ein Förster, wurde von einem umstürzenden Baum getroffen und schwer verletzt und sie fürchtete, er würde sterben. Außerdem gab es erbarmungslose Kämpfe in der Familie wegen Erbstreitigkeiten. Sie wusste nicht, wie sie all diese Schwierigkeiten bewältigen sollte und hatte das Gefühl, völlig in der Luft zu hängen. Irgendwie stand sie es durch, doch es ging an ihre Grenzen.

Der Junge hat wiederholte Träume von einem hohen, schwankenden Kirchturm, und er steht darunter. Er hat Angst, dass er auf ihn fallen und ihn zerschmettern könnte und er rennt um sein Leben.
Er interessiert sich für die Landwirtschaft und hat seinen eigenen Garten, den er sehr schön pflegt. Seine bevorzugte Farbe ist 23C.

Analyse und Follow-up

Bei häufigen Infektionen mit hohem Fieber bis 42 ° ist eine Pflanze aus der Familie der Compositae indiziert. Die einzige Compositae, die die Farbe 23 C bevorzugt, ist  Brachyglottis (von H.V. Müller entdeckt (2)).

Bestätigung: Verschlimmerung um 17h ist Brachyglottis. Brachyglottis hat viele Symptome, die mit Schwäche, Krämpfen in den Händen und zervikaler Steifigkeit einhergehen, was als Begleiterscheinung seines rezidivierenden Fiebers erwähnt wird. Das Thema von Brachyglottis ist: fast unter einer schweren Last zusammen zu brechen, die über seine Kräfte geht. Dies war das Gefühl der Mutter während der Schwangerschaft und es ist auch das Thema seines wiederholten Traumes. So bekommt er Brachyglottis 1 M (4), 1 Gabe alle 4 Wochen.
Das erwartete Fieber trat nicht auf, auch nicht die übliche zervikale Steifigkeit oder das Taubheitsgefühl in den Händen. Sein Verhalten normalisiert sich noch am gleichen Tag und die Schwellung in seinem Gesicht klingt ab. In der ersten Nacht spricht er im Schlaf (das ist neu für ihn und damit ein Symptom des Mittels, wie von Knerr erwähnt). In der darauf folgenden Woche ist er nach Aussage seiner Mutter eher vernünftig und angenehm im Umgang. Er ist in einer viel besseren Verfassung, sowohl psychisch als auch physisch.

Am Tag nach der dritten Wiederholung wird er richtig wild und er streitet mit seinem Vater, was er nie zuvor getan hat, weil er ihn liebt und bewundert und ihm immer folgt. Dann weint er und bekommt Kopfschmerzen. Am Tag nach diesem Vorfall verändert er sich und wird selbstbewusster. Er klammert sich auch nicht mehr so an seine Mutter. Dies geschieht 3 Monate nach Beginn der Behandlung. Seine Mutter sagt, er sei weniger trotzig und offener. Das Fieber ist weg und es geht ihm 2 Jahre lang gut. Während dieser Zeit malt er ein Bild von sich selbst: er steht lächelnd auf einer Blumenwiese, mit weit geöffneten Armen und die aufgehende Sonne scheint hinter ihm.

Fall 2: Mein Vater ist ein großer, starker Polizist, aber ich habe Angst vor dem Zahnarzt!
Ein 4-jähriges Mädchen wird von seinen Eltern gebracht, weil sie Angst vor Ärzten und Zahnärzten hat. Als unsere Sprechstundenhilfe versucht, sie zu fotografieren, weint sie jämmerlich und klammert sich fest an ihren Vater.
Während des Interviews führt die Mutter das Gespräch und der Vater sitzt ruhig dabei und schaut aufmerksam zu. Ich bemerke sein prominentes Kinn und seinen gewaltigen Unterkiefer, wie bei Michael Schumacher. Er ist ein großer, starker Polizist, der Autorität ausstrahlt und ruhig und sicher wirkt. Auch das Mädchen beobachtet die Situation aufmerksam. Als sie merkt, dass ich anders bin als die Krankenhausärzte, beruhigt sie sich, und nimmt eine etwas kesse Haltung ein, das Kinn nach vorn gereckt und hochgeschoben.
Die Mutter sagt, sie lässt keinen Arzt an sich heran, um sie zu untersuchen, und falls man sich ihr doch nähert, wehrt sie sich heftig sich mit Händen und Füßen. Das ist ein Problem für die Eltern. Der Zahnarzt ist ratlos und hat die Behandlungsversuche mit ihr aufgegeben. Ihr  einziges körperliches Problem ist eine hartnäckige Verstopfung, die vor einigen Monaten im Zusammenhang mit der Sauberkeitserziehung begann. Dies war das erste Mal, dass sie eine körperliche Beeinflussung verweigerte. Von da an ließ sie sich nicht mehr anfassen, vor allem, wenn andere etwas von ihr wollten.
Wenn sie Fieber hat, will sie stundenlang auf dem Schoß ihrer Mutter oder ihres Vater sitzen und ist sehr anspruchsvoll und wehleidig. Die Mutter ist auch schwierig. Sie beantwortet  nicht gern Fragen und gibt nur die Informationen, die sie für nötig hält.

Nach dieser kurzen Anamnese fragte ich sie nach Farben. Sie wählte ohne Zögern 24C und sonst nichts.

Analyse und Follow-up

Ihr Hauptproblem ist die Ablehnung jedes körperlichen oder mentalen Eingriffs, vor allem durch Ärzte. Dies deutet auf Compositae oder Lanthanide hin. Ihr Gesicht ist rund mit roten Apfelbäckchen und erinnert eher an einen Carbon-Typ oder einen Hobbit; es ist nicht das asketische, fein gestaltete, vergeistigte, lange Gesicht eines Lanthaniden. So ist ein Mittel aus der Familie der Compositae (Korbblütler)  die erste Wahl. Der einzige Korbblütler mit 23 C ist Brachyglottis.

Bestätigung: ihre eupatorium-ähnliche Haltung gegenüber ihrem Vater. Wenn Gefahr droht, klammert sie sich automatisch eher an diesen großen Mann, der wie ein Felsen in der Brandung steht, als an ihre Mutter.

Sie bekommt Brachyglottis 1M (4), eine Einzelgabe. Nach ein paar Tagen musste ihr Vater zu einer kurzen Reise aufbrechen. Sie ist sehr traurig, weint und jammert, was ganz ungewöhnlich für sie ist. Sie klammert sich an ihn und lässt ihn nicht gehen. Dann verweigert sie für einige Tage jeglichen Kontakt, zieht sich zurück und schmollt vor sich hin. Die Mutter möchte weitere Medikamente für sie. Sie bekommt Brachyglottis D6, 5 Tropfen täglich, für eine Woche. Nach einer Woche ändert sie plötzlich ihr Verhalten und geht auf eigene Faust in einen Sportverein für Kinder, was sie vorher rundweg abgelehnt hatte. Sie ist überraschend kontaktfreudig und einfach wie nie zuvor. Im Kindergarten wird diese sichtbare Veränderung sofort bemerkt. Die Kindergärtnerin ist ganz erstaunt. Bei einer Feuerwehrübung besteht die Kleine darauf, alles selbständig zu machen: „Ich kann das jetzt allein!“ Als die Feuerwehr kommt, macht sie alles sehr erfolgreich und ohne jede Hilfe. Früher wäre dies eine typische Situation gewesen, wo sie sich hilflos an die Kindergärtnerin geklammert und Zuflucht auf deren Schoß gesucht hätte. Nun wagt sich die Mutter wieder mit ihr zum Zahnarzt, diesmal mit Erfolg. Sie hat das Mittel nicht mal 5 Monate genommen und es geht ihr gut. Ich teste nochmals die Farbpräferenz: wieder 24C.

Fall 3: Ich werde nie das überragende Niveau meines Vater oder meiner erfolgreichen Brüder erreichen - die Anforderungen sind zu hoch.

Ein  8-jähriger Junge wird von seinem Vater wegen Lernschwierigkeiten und häufigen Infektionen der Ohren, des Rachens und der Nase in die Sprechstunde gebracht. Er hat ein volles rosiges Gesicht, sieht gut aus, wenn auch ein wenig dumpf, ein bisschen wie Sam Gamdschie; er versucht fröhlich und unbekümmert auszusehen. Ein Gespräch mit ihm ist schwierig, weil er schnell vom Thema abkommt und auf andere Dinge zu sprechen kommt, was als ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Störung) interpretiert wird. Die Anamnese wird auch teilweise durch seinen starken Vater erschwert, der eine dominierende Figur ist, sich aber bemüht, verständnisvoll und aufmerksam zu seinem Sohn zu sein. Leider ist er so klug und gebildet, dass sein intellektueller Ansatz mit einem einfachen emotionalen Kontakt kollidiert, ein echtes Verständnis für sein Kind auf einer direkten Ebene ist für ihn offenbar sehr schwierig. Er scheint sich dessen teilweise bewusst zu sein, kommt aber nicht dagegen an, so sehr er es auch versucht. Der Junge fühlt dies auch und respektiert ihn durchaus. Aber ich frage mich, wie er das Herz seines Vaters erreichen soll, außer durch schulische Erfolge…
Der Junge lebt in einer sehr angesehenen und gebildeten Familie. Beide Eltern haben einen hohen Status in der Gesellschaft und seine beiden älteren Brüder sind sehr erfolgreich in der Schule. Nur er ist der Versager, der abschaltet, wenn er lernen sollte und für die Schule schwer büffeln muss, um mitzukommen. Er hat nur wenige Kontakte und nicht viele Freunde, und das stört und beunruhigt ihn. Anscheinend hört er nur halb zu, halb drückt er sich und sucht Deckung. Direkten Fragen geht es mit frechen und lustigen Antworten aus dem Weg, die nicht immer sachdienlich sind. Er sagt, die Schule sei sehr stressig und anstrengend für ihn. Er hat einen immer wiederkehrenden Traum: ein großes Monster mit einem grauen Haarschopf und furchtbaren Pranken macht ihm Angst und kitzelt ihn.
Er träumt davon, Geheimdienst-Agent zu werden. Das Klavierspiel fällt ihm leicht, obwohl er keinen Unterricht hat. Wenn er Tomaten isst, bekommt er Hautprobleme.
Seine bevorzugte Farbe ist 24C, was sich 4 Mal innerhalb von 2 Jahren bestätigte.

Analyse und Follow-up

Ein Korbblütler dringt anfangs nicht gleich in den seelischen Bereich vor, daher bekommt er wegen der emotional gestörten Situation mit seinem Vater (3), den Lernschwierigkeiten, und weil er nur wenige Freunde und Kontakte hat (phos) Zincum phosphoricum C 200.
23-24C ist auch die Farbe der Zincum-Salze . Dies hilft ihm zunächst, die Wirkung hält jedoch nicht an und geht auch nicht wirklich tief. So vergehen zwei Jahre mit mehreren anderen Mitteln und wenig wirklicher Veränderung, bis er eines Nachts sehr hohes Fieber bekommt. Erst dann kommt mir die Idee, ein Compositae-Mittel zu geben und es kommt alles ins Lot. Die Anforderungen sind zu hoch für ihn und er glaubt, er wird nie das überragende Niveau seines Vater oder seiner erfolgreichen Brüder erreichen = Brachyglottis. Die Farbpräferenz bestätigt es. Man hätte das Mittel leicht gleich am Anfang finden können, aber wer denkt bei Lernschwierigkeiten an Brachyglottis? Wer beschreibt dieses „kleine“ Mittel überhaupt?
Nach Brachyglottis 1M (4), erholt er sich sehr schnell von der Infektionskrankheit und nimmt dann das Mittel einmal monatlich. Seine Leistungen in der Schule verbessern sich und nach einem halben Jahr bekommt er die besten Noten, die er je gehabt hat. Er findet jetzt auch Freunde, hat viele Kontakte und entwickelt sich gut. In dieser Zeit wechselt er an eine andere Schule, wo er weniger Stress hat, was auch sehr hilfreich ist.
Kommentar: Der Vater ist nicht überzeugt, dass das Mittel die Änderung bewirkt hat und er mag Recht haben, denn auch ich hatte in den ersten 2 Wochen nach der Mittelgabe, als die Eindrücke und Veränderungen noch frisch waren, gewisse Bedenken wegen des Mangels an Information. Normalerweise bekommt man die besten Hinweise über die Wirkung eines Mittels durch gute Beobachtung in dieser kritischen Periode, aber die Eltern informierten mich damals nicht und ich musste mich dann auf Informationen verlassen, die ich erst nach Ablauf von fast einem Jahr bekam. Zufällig sah ich den Vater letzte Woche und schlug vor, das Mittel zu wiederholen, nur um festzustellen, ob es irgendeine Wirkung hatte: es hatte offensichtlich gewirkt. Der Vater teilte mir mit, dass sein Sohn in den Tagen nach der Einnahme effektiver, konzentrierter und sachlicher gewesen sei.

Fall 4: Papas Liebling hat Verstopfung.

Ein 3-jähriges Mädchen leidet seit zwei Jahren an schwerer Verstopfung. Nur mit Abführmitteln produziert es alle 3-4 Tage einen harten, knolligen Stuhlgang. Zwölf Stunden vor dem Stuhlgang wird sie weinerlich und wehleidig, bis die Knöllchen herauskommen. Sie ist selten krank, aber wenn sie krank ist, hat sie hohes Fieber, über 39 ° C.

Sie betritt den Raum langsam und nur, nachdem sie sich selbst dafür entschieden hat, zögert, sich hinzusetzen, rafft sich dann auf und beginnt selbst das Gespräch. Die Mutter sagt, sie sei eigensinnig und wolle alles allein können. Wenn man sie an etwas hindern will, reagiert  sie gereizt.
Wenn sie ein Problem nicht lösen kann, probiert sie es eher zwei Stunden verzweifelt, um es selbst zu lernen, als dass sie anderen erlaubt ihr zu helfen. Aber wenn sie auch nur leichte Schmerzen wegen eines Kratzers hat, klagt sie sehr und weint erbärmlich. Sie ist oft ungeschickt und lässt Dinge fallen. Sie hat ein volles rundes Gesicht mit ernsten, dunklen Augen und schaut neugierig, aber verschleiert. Sie hat volle Wangen und eine energisches Kinn, ihr Mund ist trotzig geschlossen.
Sie wählt mit großer Sicherheit 23-24C als ihre Farbe aus und keine andere.

Analyse und Follow-up

Ihr Verhalten ist typisch für einen Korbblütler, wie wir aus dem Vergleich mit anderen Fällen erkennen können. Das hohe Fieber bestätigt es. Ihre bevorzugte Farbe deutet ebenfalls auf Brachyglottis hin, denn die Frequenz und die Wellenlänge dieser Farbe berühren ihre grundlegende emotionale Schwingung, und deshalb sie mag sie. Ja, es ist wirklich so einfach: wenn Sie diese Methode vertrauensvoll anwenden, brauchen Sie nur noch ein paar weitere Bestätigungen. Brachyglottis ist ein krampfhaftes Mittel und ihre Verstopfung ist eine Art Krampf. Im gesamten Repertorium finden Sie unter „Stuhl, knotig“ Brachyglottis (4), ebenso  unter Verstopfung (4). Wenn Sie natürlich zuerst nach Verstopfungsmitteln mit harten Klumpen suchen, werden Sie nie auf dieses Mittel kommen und stattdessen Alumina oder Magnesium muriaticum oder Silicea geben. Aber lassen Sie uns sehen, was auf dieses "kleine" Mittel hin geschieht.

Sie bekommt Brachyglottis C 1000, eine Einzeldosis. Am selben Abend hat sie zwei normale Stühle. Von da an hat sie täglich normale Stühle, ohne Schmerzen oder Jammern, sie braucht keine Abführmittel mehr. Sie geht von selbst zur Toilette und gewöhnt sich die Windeln aus eigenem Antrieb ab. Zwei Monate später sie hat sich stark verändert, wie uns die Mutter mitteilt: „Früher war sie ein totales Papa-Kind; jetzt ist sie manchmal frech zu ihm und sie kommt auch freiwillig zu mir.“ Die dominierende Rolle des Vaters war vorher nie angesprochen worden.
Nach einem Jahr bekommt sie im Anschluss an eine Sinusitis Lungenentzündung auf beiden Seiten, mit hohem Fieber von 40,9 ° C. Die Kinderärztin gibt Antibiotika. Die Mutter ruft an, das Kind sei sehr schwer krank, ob wir nicht etwas tun könnten? Wir schicken Brachyglottis C 1000. Bevor der Briefträger es abliefern kann, steigt das Fieber noch höher und sie wird völlig apathisch (auch ein Compositae-Zustand bei hohem Fieber – die Solanacaeen fallen in ein Delirium mit Halluzinationen). Die Kinderärztin wechselt das Antibiotikum, doch dann kommt das Mittel noch rechtzeitig an und hilft in wenigen Stunden. Es dauert eine Woche, bis sie wieder vollkommen gesund ist. Sie fällt aus irgendeinem Grund in ihrem alten jammerigen Zustand zurück, aber weniger heftig als zuvor. Daher bekommt sie Brachyglottis C 30, alle 2 Wochen für eine gewisse Zeit und ist seitdem körperlich und geistig gesund. Ein Jahr ist seither vergangen.

Fall 5: Der Wert der Lieblingsfarbe in Akutfällen. Scharlach mit hohem Fieber.

Ein 6-jähriger Junge, der in den letzten Jahren im Winter häufig Mittelohrentzündungen hatte, kommt jetzt mit akutem Scharlach; er hat den typischen zusammenfließenden, roten Ausschlag auf der Brust und stark vergrößerte, entzündete und vereiterte Mandeln, schlimmer auf der rechten Seite, mit Schmerzen im rechten Ohr und einer Temperatur von 39,6 ° C. Er ist sehr ruhig und spricht nicht. Er ist immer ruhig und vorsichtig, aber jetzt noch viel mehr. Ein sehr nachdenklicher Junge mit tiefen, dunklen Augen. Seine bevorzugte Farbe ist 23C.
Während der Schwangerschaft hatte die Mutter vorzeitige Wehen und musste 7 Wochen im Krankenhaus verbringen, sie musste sich immer hinlegen und war ständig besorgt um das Kind.

Analyse und Follow-up

Bei häufigen Ohrenentzündungen im Winter mit hohem Fieber ist ein Mittel aus der Familie der Compositae indiziert; 23C ist Brachyglottis. Vorher hatte es nie eine richtige Anamnese gegeben, die Mutter hatte ihn immer nur schnell wegen geringfügiger Beschwerden gebracht. Nun bekommt er Brachyglottis 1M (4) stündlich, in Wasser verkleppert. Am nächsten Tag ist das Fieber verschwunden, der Ausschlag hat sich überall verbreitet, aber er schuppt sich ab  und ist weniger rot, sein Hals ist besser, er spricht wieder und es geht ihm insgesamt viel besser. Am nächsten Tag scheint es, als ob er ein anderer Mensch geworden sei; er ist offen und voller Kraft. Die Haut schält sich ab. Die Tonsillen sind normal, das Ohr schmerzfrei. Eine sehr schnelle Genesung!

Fall 6: Ich hasse es, wenn meine Mutter mich anschreit, und ich muss weinen.
Ein 12-jähriger Junge kommt, weil seine Haut sehr langsam heilt, auch nach kleinen Verletzungen. Er hat sein linkes Ohr vor einigen Wochen mit kleinen Schmuck-Pfeilspitzen piercen lassen, aber das Piercing eitert und er musste die Pfeile entfernen. Dennoch heilt die Wunde nicht und eitert weiterhin.
Er spricht undeutlich, als ob sein Mund teilweise bedeckt sei, aber er gibt direkte, knappe Antworten. Er gibt sich „cool“ und macht einen kräftigen Eindruck, wirkt aber hilflos neben seiner dominierenden Mutter; sie ist stärker. Wenn er eine Chance sieht, unterbricht er sie und korrigiert sie mit einem ironischen Lächeln: „Das hast du schon vor einer Minute gesagt, - du brauchst es nicht noch mal zu wiederholen“.
Was ist das Schlimmste für dich?
“Wenn meine Mutter mich anschreit.“
Als ich frage, was dann passiert, wird er still und kämpft mit den Tränen. Die Mutter sagt, dass er völlig am Boden zerstört sei, wenn ihn „jemand“ anschreit, er bricht in bittere Tränen aus und heult laut. Sein Vater ist arbeitslos und erledigt die Hausarbeit, während die Mutter außerhalb arbeitet und das Geld verdient. Es war schon immer so und der Junge sieht sie selten. Er ist der jüngste von 3 Brüdern und will den gleichen Beruf wie sein ältester Bruder erlernen, der Metallarbeiter ist. Er wählt 23C und 7C.

Analyse und Follow-up

In seinem Fall hatte ich Brachyglottis durch meine Erfahrung mit anderen Fällen, sowie aus seinem Verhalten und seiner Reaktion, bitterlich zu weinen, wenn er niedergemacht (angebrüllt) wird, erkannt. Seine Farbpräferenz bestätigt es. Eiternde Geschwüre und schwärende Wunden sind die Indikationen, bei denen die Maori Brachyglottis angewendet haben. In seinem Fall ist die dominierende Figur die Mutter, sie spielt die männliche Rolle. Das ist auch mein Eindruck von ihr, ein männlicher Typ, entschlossen und kompromisslos, und der Junge bemüht sich, ihre Forderungen zu erfüllen.
Er bekommt Brachyglottis 1M, eine Einzeldosis und, nach einer Woche, LM 6 täglich. Nach einem Monat er ist viel ausgeglichener. Seit er das Mittel nimmt, hat er nur einmal geweint. Er hat mehr Selbstvertrauen gewonnen. Die Eiterung des Piercing hat nach einer Woche aufgehört und er trägt jetzt stolz seinen Schmuck.

 
Siehe die Compositae-Charakteristika! Defensiv, Angst vor Verletzungen, trotzig. Auch das spezifische Aussehen von Brachyglottis: Das Kinn trotzig nach vorn und oben geschoben, aber mit ängstlichen Augen und einem gestressten Aussehen; mit verkrampften Händen klammert er sich an seine Waffe, steht aber tapfer auf der Erde; Schweißausbrüche und Angst, von einer stärkeren Person niedergemacht zu werden.
 
Kategorie: Fälle
Stichwörter: Vaterfigur, spastische Obstipation, Infektionen mit hohem Fieber, Farbpräferenz
Mittel: Brachyglottis repanda bzw. Brachyglottis repens
 

(1) Die Kräuterheilkunde der Maori, Murdoch Riley, Viking Sevenseas NZ, 1994, p.396

(2) Hugbald Volker Müller (1921-2000). Die Mittel dieser Farb-Rubrik sind: Acidum aceticum, Berberis, Bismuthum, Bismutum sal., Brachyglottis, Cahinca, Citrus vulgaris, Coca, Coffea, M-aust, Magnesium aceticum, Magnesium bromatum, Magnesium phosphoricum, Mandragora, Mezereum, Moschus, Acidum nitricum, Nitro o., Primula obconica, Ruta, Senega, Strychninum arseincosum, Strychninum i., Strychninum n., Stryninum sulfuricum, Zincum, Zincum arsenicosum, Zincum bromatum.
(Siehe auf der kostenlosen Website: http://www.homeo.de/de/colorremedy.htm)

(3) Emotionale Unterdrückung durch einen dominanten Vater verbunden mit dem Verlangen nach guten Schulleistungen wurde als Charakteristikum von Zincum von Jan Scholten in „Homöopathie und Mineralien“ 1993 beschrieben und durch Farokh Master in Links 1999 bestätigt. Jan erwähnt auch, dass diese Situation nicht sehr spezifisch ist und auch durch andere Mittel abgedeckt wird S.273.

(4) C 1000 Korsakoff

 




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